Zeit zum Feiern

Es ist endlich soweit. Äonen ist es gefühlt her, dass wir dieses echt imposante Haus auf einer Immobilienseite gesehen haben und uns gefragt haben: Richtig nice, aber Radeberg?
Und nun haben auch die letzten Menschen endgültig „Richtig nice, ab nach Radeberg!“ gesagt. Am 30.10. war es so weit und alle Luftschloszies hatten nun ihr Hab und Gut (oder zumindest die Hälfte davon – wir haben alle so viel ausgemistet! O.o) ins Haus gebracht und dann gemeinsam auf das Mitbewohnie-Sein angestoßen.

Es ist ein langer Weg gewesen und auch wenn noch nicht alle Flure gestrichen, Decken ab- und Schränke aufgehängt sind, fühlt es sich einfach wahnsinnig toll an, Schwamm, Rohrrisse und Bauverzögerung überwunden zu haben.

Und vielleicht habt ihr es auch schon satt – wir aber nicht, deswegen ist es nochmal an der Zeit, Danke zu sagen: unserem Architekten und seinem Team, die einfach immer versucht haben, unsere abstrusen Wünsche nach Eigenleistung und Kostenersparnis mit dem Brandschutz und dem Denkmalstatus zu vereinen; unseren Handwerkies, die uns mit Engelsgeduld angeleitet und uns Ungenauigkeiten durchgehen lassen haben und dabei manche auch noch tolle Mitbewohnies auf Zeit waren; unseren Freund:innen und Familien, die Know-How und immer ein offenes Ohr hatten und nur wenig genervt waren, wenn die nächste Party mal wieder ein halbes Plenum wurde; unseren NRD-Geber:innen, ohne deren Beitrag wir das ganze nicht hätten stemmen können; unseren MHS-Berater:innen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und bei der MV unsere Fürsprecher:innen waren; anderen Hausprojekten, die uns Werkzeug, Warnungen, Tatkraft und Tipps gaben; und allen anderen, die uns auf dem Weg hierher unterstützten, sei es durch leckeres Essen, Mit-Schimpfen über Schiefgegangenes oder ermutigendes Schulterklopfen.

Ohne euch alle gäbe es das Luftschlosz nicht.

Es grüßen eure 16 Luftiküsze <3

Wir sind drin!

Der Regenbogen verheißt Gutes.

Liebe Alle,

Heute haben wir big News zu verkünden. Denn neben der tatsächlichen Baustelle, den Umzügen, Brandschutzprüfungen und den anderen mittlerweile Alltag gewordenen Aufgaben, gab es für uns noch einen großen Schritt zu tun. Als Hausprojekt wollten wir Teil des Mietshäusersyndikats werden! Viele wichtige gesellschaftliche Prozesse werden in dieser Struktur reflektiert und im Kleinen wie Großen verändert, Wohnen wird neu gedacht und es gibt ein unheimlich solidarisches Miteinander. Wir hatten den Wunsch, selbst an genau diesem Wandel teilzuhaben und in Zukunft selbst andere Projekte in der Entstehung und im Fortbestand zu unterstützen. Die viele Unterstützung durch Beratung, Expertise und tatkräftigen Einsatz durch die ganzen anderen Projekte in unserem Umfeld wussten und wissen wir zu schätzen – und die sollte durch uns dann wieder fortgesetzt werden.

Also haben wir uns für den Beteiligungsbeschluss beworben, bekamen die Chance, uns auf der MV des Mietshäusersyndikats vorzustellen, haben an der Präsentation, dem Vortrag, unserem Vorstellungstext gebastelt. 

Dann haben wir uns vorgestellt.

Und wurden aufgenommen 🎉🎉🎉

Wir sind so froh, diesen Schritt endlich gehen zu können, und dankbar gegenüber unseren vergangenen und aktuellen Berater:innen, die sich für uns eingesetzt haben!

Es klingt nicht nach viel, aber mit jedem Beschluss wird ein Objekt vom Immobilienmarkt abgezogen – unsere Villa wird ab sofort dauerhaft bezahlbare Mieten ermöglichen. Zunächst für uns aber auch für alle zukünftigen Bewohner*innen.

Alle 16 bereits eingezogenen und noch einziehenden Bewohnies voller Euphorie

Hundert Jahre Staub und Dank

Hallo ihr Lieben!

Vor lauter Arbeit hätten wir beinahe vergessen, mal wieder ein kleines Update zu unseren Baufortschritten zu geben. Einige von euch haben die Aufgaben, die es zu erledigen gilt, ja gesehen oder sie sogar für oder mit uns erledigt. Hier nochmal ein FETTES Danke an alle, die sich mit uns in hundertjährigen Dreck werfen, lokal begrenzt das Haus abreißen oder uns helfen, Sachen zu bauen, die dann die nächsten Jahre so bleiben können. Mit euch gemeinsam wurden Aufzüge abgerissen, Türsturze eingezogen, Putz abgehackt (so viel Putz), ein Pelletlager gebaut, Wände gewaschen, gestrichen, Decken entfernt, Kabel gezogen, ganze Bäder demontiert … und das war nur ein Teil der ganzen Aufgaben, die anstanden.

Wir sind immer noch und immer wieder total geflasht, wie wir mit eurem tatkräftigen Einsatz die Ausgangssituation „Zwei linke Hände und alles Daumen“ zu „Wir stützen jetzt die Decke ab und nehmen tragende Balken raus“ verändern konnten. Ohne die Hilfe beim Bauen, in Finanzfragen, dem Teilen von Wissen, Übernahme von Carearbeiten etc. wären wir nicht an diesem Punkt.

Für alle, die es noch nicht zu uns geschafft haben, gibt es hier ein paar visuelle Eindrücke 😉

Seit Januar begrüßten wir neben euch auch schon verschiedene Handwerker*innen bei uns im Haus. Es werden Heizungsrohre rausgerissen und neu verlegt, Wände gemauert, Dachschäden ausgebessert. Ganz frisch wurden verschiedene Stellen im Dachgeschoss mit Holz und Dämmung versehen, um Stück für Stück dieses Stockwerk wohnlich zu machen.

Und das vielleicht Aufregendste zum Schluss: Im Erdgeschoss sollen bald die ersten Luftikusze einziehen. Das klingt für uns – gelinde gesagt – ein wenig surreal nach den Jahren der Suche, der Planung, dem Berg an Aufgaben und den Schwierigkeiten, mit denen wir umgehen mussten und noch müssen.

Soweit erstmal bis hierhin. Die nächsten 1-2 Monate werden richtig viel von uns abverlangen und deshalb hoffen wir sehr, dass wir auch weiterhin auf eure wertvolle Unterstützung zählen können <3

Mit allerbesten Grüßen!

Eure Luftschloszis

Nach dem Bauwochenende ist vor den Bausamstagen

„Das Haus ist in einem sehr guten Zustand und eigentlich ist nicht viel zu machen, ein paar Kleinigkeiten eben“ habe ich mich immer wieder schwärmen hören. Aber wie das halt so ist, gestalten sich diese Kleinigkeiten aufgrund der Größe des Hauses doch mühsamer und zeitaufwendiger als gedacht. Meine Oma hat schon immer betont: „Der Teufel steckt im Detail Junge“. So reihen sich die Aufgaben in eine nicht enden wollende Liste von To-Do’s. Aber nun greife ich schon wieder vorweg, noch mal vom Start.

Es ist also wahr und kein Traum mehr. Seit August ist es nun auch ganz offiziell. Die Tinte auf dem Kaufvertrag ist längst getrocknet und quälende Wochen sind vergangen, als endlich die befreiende Nachricht kommt: Die Bank hat überwiesen, da habt ihr die Schlüssel, viel Glück und Servus.

Das Luftschlosz ist Realität.

Mit den Schlüsseln in den Händen können wir endlich loslegen und das erste Bauwochenende planen. Am 11.-12.09. ist es so weit. Bis dahin gab es aber noch gehörig viel zu tun. Baumaschinen organisieren, DIY-Videos auf YouTube reinziehen, Helfer:innen suchen, Aufgaben sammeln und priorisieren, Container bestellen und dem Schutt eine Rutsche bauen, um nur einige zu nennen. Ehe wir es uns versehen, ist es schon so weit, aus der Theorie wird Praxis und was für eine. Der Endgegner besteht aus Stahlseilen, Eisentüren, Ziegelsteinen, Stahlbeton, zieht sich vom Keller bis unters Dach und heißt Essensaufzug. Uns wird klar, ein Wochenende reicht nicht, das Ungetüm abzureißen. Doch mit vereinten Kräften und gehörig viel Bums aus mehreren Schlagbohrmaschinen und Vorschlaghämmern werden wir auch diese Aufgabe meistern. Aber ich greife schon wieder vorweg.

Die Schuttrutsche Befestigen ist doch aufwendiger als gedacht
Aufzugsmonster sind zähe Wesen

Für uns ist dieses erste Wochenende auch eine Feuertaufe. Das erste Mal werden wir alle für ein Wochenende im Luftschlosz leben und sehen, ob wir trotz der enormen Stresssituation und Arbeitsbelastung als Gruppe funktionieren. Zahlreiche Aufgaben mussten bewältigt werden. Elektrik prüfen, markieren und zurückbauen, für alle Kochen, Tapete runterfetzen, abgehangene Decken zurückbauen, Fußböden rausreißen, Vorgarten herrichten, …. und bei alledem die Kinderschar bei Laune halten. Der erste Tag vergeht wie im Flug und wir belohnen unsere Helfer:innen und uns mit einer gemütlichen Lagerfeuersession. Ein erster Vorgeschmack auf unser gemeinsames Zusammenleben. Während wir lachen, Geschichten erzählen und die Anstrengungen des Tages langsam von uns abfallen wird es spät in Radeberg. Der funkelnde Sternenhimmel begleitet uns und die Müdigkeit breitet sich aus, woraufhin uns die Vernunft ins Bett trägt.

Schicht für Schicht, Stein für Stein

Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es gestärkt in den neuen Tag oder auch „Back to the Baustelle“. Es wird weiter entrümpelt, abgerissen, Tapeten von der Decke gefetzt, gekocht und mit den Kindern die Spielplätze in nächster Nähe erkundet. Zum krönenden Schluss schickt uns die Stadt Radeberg noch einen Willkommensgruß in Form von duzenden Feuerwehrautos, Musikantenvereinen und interessiert blickenden Anwohner:innen direkt am Haus vorbei.

Es ist vollbracht!

Das Wochenende nähert sich dem Ende, die ersten Container sind voll und unsere müden Knochen zeigen uns, auch wenn es auf den ersten Blick kaum so wirkt, wir haben mordsviel geschafft.

Die Ruhe nach dem Abriss

Die nächsten Tage und Wochen sind wir immer wieder im Haus und kommen Stück für Stück voran. Doch am besten geht es doch gemeinsam, also planen wir nicht mal einen Monat später bereits das 2. Bauwochenende. Am 10.-11.10. geht der Spaß von Neuem los. Unser treuer Begleiter ist nach wie vor der Fahrstuhlschacht. Aber es kommen auch neue Aufgaben dazu, so werden im Keller fleißig Fliesen von den Wänden gekloppt, die Wände im Dachgeschoss eingeschlagen und immer wieder Tapete, Tapete, Tapete von den Wänden gerissen. Mittlerweile fühlen wir uns schon wie alte Hasen im Abrissbusiness und die Handgriffe gehen routiniert von der Hand. Die Zeit verfliegt wie im Fluge und ein To-Do nach dem anderen wird von der großen Liste getilgt. Bis auch dieses Wochenende ein Ende findet.

Check, Check, Check

Doch wie in einer Zeitschleife gefangen planen wir bereits die nächsten Baueinsätze. Dieses Mal jeweils nur an einem Tag, um unsere Gesundheit zu schonen. Die Termine sind am 06.11. und 13.11. und wir freuen uns bereits jetzt eure staubigen, verschmutzen und schweißnassen Gesichter (wieder)zusehen.

Und so lichtet sich der Raum

An der Stelle noch mal dicke props an alle Supporter:innen. Ohne euch wären wir nicht was wir sind und noch längst nicht dort wo wir sind. Also vielen Dank und auf eine glorreiche Zukunft.

Die Suche ist vorbei, was beginnt jetzt?

Stellt euch vor, ihr seid 6 Jahre lang auf der Suche nach etwas Großem. Stellt euch vor, ihr folgt Spuren zu diesem Großen, die Spuren werden deutlicher uuuuund… die Spuren sind weg. Und mit ihnen die Euphorie und auch ein wenig die Motivation weiterzusuchen. Aber ihr sucht stur weiter. Wieder eine Spur, wieder endet sie am Asphalt. Weitersuchen. Spur. Asphalt. Aber ihr wisst, das ist es wert.

Und jetzt stellt euch vor, dass ihr euch nach eben jenen 6 Jahren mit euren besten Leuten trefft. Ihr trinkt aus Silberkelchen und Kristallgläsern den edelsten Tropfen Sekt, Bobby Rubble (Name aus markenrechtlichen Gründen geändert!) oder Sterni. Ihr feixt und spinnt Pläne. Und: Ihr feiert das Ende der Suche.

Genau das haben wir letzte Woche getan! Wir konnten endlich nach langen Verhandlungen mit den (nun ehemaligen) Eigentümer*innen, mit der Bank und mit uns den Kaufvertrag für unser Luftschlosz in Radeberg unterschreiben. Yes!

Es ist also das Ende der Suche. Aber das ganze Projekt fängt jetzt erst so richtig an. Wir müssen die Sanierung planen, Handwerker*innen finden, alles betreuen und uns Hilfe organisieren. Und das vermutlich Wichtigste: Wir müssen uns gegenseitig bauchmiezeln, damit wir am Ende nicht fertig miteinander sind, sondern mit dem Haus.
Und auch wenn der Umzug in unser Luftschlosz noch ein wenig dauern wird, so freuen wir uns doch riesig, den größten Schritt bis dahin getan zu haben. Wir danken allen Menschen, die uns bis jetzt unterstützt haben: Sei es mit Wissen zu Finanzplanungen (und ähnlichem Erwachsenenkram), Know-How in Preisverhandlungen oder auch durch Nachrangedarlehen. Ihr wisst, es wäre nicht umsetzbar ohne euch.

Auch wenn die Zeit zum Durchatmen gerade eigentlich nicht da ist, wäre es schade, sie sich nicht zu nehmen.

Luftküsze von den Luftschloszies

Ein Blick zurück und voraus

Wieder ist ein Jahr vergangen – und was für eines. 2020, das Corona-Jahr, hat auch vor uns als Hausprojekt nicht halt gemacht. Wir möchten euch berichten, wie es uns in dem Jahr ergangen ist und welche Abenteuer es mit sich gebracht hat.

Nachdem wir nun schon lange in Dresden ohne Erfolg gesucht hatten, erweiterte sich unser Suchradius auf das Umland. Dabei zeigte sich schon bald eine sehr interessante Immobilie: Eine Villa in Radebeul war groß genug, mit guter Anbindung an unsere Lebensmittelpunkte in Dresden und mit einem schönem Außengelände. Erste Kalkulationen ergaben, dass es für uns machbar ist, und so gaben wir ein Gebot ab. Aber wie es in Sachsen mit großzügigen Außenanlagen nun mal ist, zog dieses Objekt auch große Investoren an. Wir wurden weit überboten von einer Firma, die die wunderbare Obstwiese zu einem weiteren Betonklotz mit teuren Mieten umwandeln wollte. Aus der Traum vom Luftschlosz – zunächst.

Denn nach einer kurzen Ernüchterungsphase stürzten wir uns erneut in Suche, Recherche, Anfragen, Besichtigungen in und um Dresden. Hoch motiviert wendeten wir uns einem Objekt in Löbtau zu, das diesmal unserem Wunsch nach urbanerem Leben gerecht wurde. Aufgrund notwendiger größerer Umbauten konnten wir aber nur einen weit niedrigeren Preis bieten, als der Eigentümer haben wollte. Wie ungewöhnlich das Konzept „Hausprojekt“ und die damit verbundene Gruppendynamik immer noch ist, zeigte sich im Kommentar des Maklers: Mit unserer Truppe sei es immer lustig gewesen. Aber da Sympathie im Kapitalismus eben weniger wiegt als das höhere Gebot, bekamen wir auch hier eine Absage. Und das Gefühl, nicht richtig ernst genommen zu werden.

Wieder Ernüchterung. Wieder Enttäuschung. Wieder ein Einbruch der Motivation.

Aber wir glauben an das Konzept und wir mögen uns. Über die Jahre sind wir zu einer engen Gemeinschaft geworden, die uns stärkt und auffängt. Im Corona-Jahr der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, der damit einhergehenden Isolation und Doppelbelastung durch Home-Office und Kinderbetreuung stellen wir außerdem fest, wie schön und hilfreich es wäre, endlich als gemeinsamer Haushalt zu gelten. Das motiviert doppelt und wir erweiterten erneut den Radius. Und siehe da: In Radeberg werden wir fündig!

Eine Villa aus der Jahrhundertwende. Ein wunderschönes, großzügig geschnittenes Denkmal, das unseren Bedürfnissen nach gemeinschaftlichem Wohnen bei gleichzeitigen Rückzugsräumen gerecht wird. Die erste Besichtigung lädt zum Träumen ein und wir sind uns sicher – auch wenn es weiter entfernt ist, als wir es bisher in Erwägung gezogen haben – Hier können wir unser bisher nur imaginäres Luftschlosz Wirklichkeit werden lassen.

Zwar zeigen die Besichtigungen mit unseren Architekten ein paar Hürden: Brandschutz und Dachdämmung und ein sehr verwinkelt geschnittenes Dachgeschoss. Aber dennoch ist klar, dass diese zu bewältigen sind. Es ist sogar Platz, die Gruppe noch einmal um 3 Personen zu erweitern, die uns ans Herz gewachsen sind. Also gaben wir ein Gebot ab, begannen zu zittern. Nach einigen Wochen des (Alb-)Träumens kam die Zusage: Wir können den Reservierungsvertrag im neuen Jahr unterschreiben!!!

Mittlerweile haben wir dies getan und stecken voll in den Vorbereitungen des Hauskaufs: Bauplanung und -finanzierung sind erstellt, Verhandlungen mit der Bank sind erfolgt und jetzt freuen wir uns darauf, Ende April den Kaufvertrag zu unterschreiben, mit Handwerker:innen Kontakt aufzunehmen und im Geiste bereits unsere Zimmer einzurichten. Wir sind so nah dran wie noch nie! Es ist zum Greifen nah und eigentlich kann kaum noch etwas schiefgehen *klopf auf Holz*.

Und daher ist es an der Zeit, noch einmal Danke zu sagen: an unsere Unterstützer*innen, an uns als Gruppe – mittlerweile stattliche 10 Erwachsene und 5 Kinder (+1 auf dem Weg) und an das MHS, das uns mit Rat und Tat zur Seite steht und unseren nie endenden Fragenkatalog geduldig beantwortet.

Jetzt kann dieser bisher gedankliche Palast bald Realität werden!

→ Breaking News ←

Wir sind einen Schritt weiter und fast beim Kauf angelangt. Wir unterschreiben den Reservierungsvertrag. Yippieh!

Jetzt gilt es: Lottogewinne eintreiben, Pfand abgeben und weitere Nachrangedahrlehen organisieren. Um bei der Bank möglichst wenig Geld gegen Zinsen auszuleihen und solidarisches Wohnen zu ermöglichen, brauchen wir viel Unterstützung. An dieser Stelle ein großes Dankeschön, dass ihr schon so lange mit uns durchhaltet und wir inzwischen „nur“ noch nach weiteren 50 000€ fragen müssen.

Meldet euch wie immer gerne bei uns. Unsererseits hoffen wir, euch demnächst wieder Neues berichten zu können. Ziel 2021: Gruppenfoto vom Einzug!

Ist es das jetzt??

Hallo liebe Interessierte und Unterstützer*innen,


es ist lange her seit dem letzten Update. Aber diesmal gibt es auch wirklich was zu berichten! Covid hält viele von uns nun schon seit Monaten im Warte- und Durchhaltemodus und das spiegelte sich auch in den kargen Angeboten auf dem ohnehin schon umkämpften Immobilienmarkt wider. Doch nun haben wir ein wunderschönes Haus gefunden, welches unser Interesse und unseren Tatendrang geweckt hat.


Das Haus, um welches es geht, steht in Radeberg, nordöstlich von Dresden. Es ist ein dreigeschossiger Sandsteinbau, welcher Anfang der 1900er errichtet wurde und in einem ziemlich guten Zustand ist. Mit viel Platz für alle kleinen und großen Luftschloszis, einem Garten und vielen Möglichkeiten unseren Wohntraum zu verwirklichen. Und auch wenn es nicht, wie lange von uns gewünscht, in Dresden steht, liegt es fast am Bahnhof und man fährt beispielsweise nur ca. 15 Minuten bis zum Neustädter Bahnhof.


Und nun, da wir womöglich wirklich kurz vor dem Kauf stehen, brauchen wir euch. Auch wenn wir eure Unterstützung auf vielen Ebenen benötigen, müssen wir besonders in der Phase vor dem Kauf um eure finanzielle Hilfe bitten.Wie ihr wisst, wird ein erheblicher Teil der Finanzierungssumme durch Nachrangedarlehen gedeckt, welche gleichzeitig unerlässlich für die Kreditzusage der Bank sind. Wir selbst bringen unsere Ersparnisse ein, aber das reicht bei weitem nicht aus – uns fehlen noch rund 120.000€. Wir möchten euch deshalb bitten, einmal in eure digitalen Geldbeutel zu schauen und euch zu überlegen, ob ihr uns mit einem Nachrangedarlehen unter die Arme greifen wollt. 

Was ist ein Nachrangedarlehen? 

Ein NRD ist ein Kredit, den uns Privatpersonen gewähren und welcher von der Bank als notwendiges Eigenkapital gewertet wird. Ihr setzt also mit uns gemeinsam einen Vertrag auf, in welchem festgelegt ist:
°wie viel Geld (500€ bis 10.000€) ihr uns°wie lange (begrenzte oder unbegrenzte Laufzeit) °mit welchen Zinsen gewährt. 
Doch wir müssen euch auch über die Risiken aufklären: Den Namen haben die Darlehen aus dem Grund, dass sie, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit unserer GmbH der Tilgung des Bankkredites nachrangig sind. Mit der Insolvenzmasse würde also zunächst die Schuld bei der größten Gläubigerin, der Bank, getilgt. Es kann also passieren, dass ihr euer Geld nicht wiederseht, falls wir aus irgendwelchen Gründen zahlungsunfähig sind.  Das ist allerdings in der Geschichte der Hausprojekte bisher einmalvorgekommen und außerdem haben wir mit dem Mietshäusersynsidkat gute Partner*innen und Aufpasser*innen an der Seite, damit es überhaupt nicht soweit kommt.


Falls ihr euch also vorstellen könnt, (uns euer unangetastetes) Geld, welches auf eurer Bank liegt, auf unsere Bank (GLS) zu verlagern und  damit für unsere Projektidee zu leihen, würden wir uns riesig über eine Nachricht freuen! Ihr könnt euch natürlich auch gerne melden, wenn ihr noch Fragen zum Haus oder den Nachrangedarlehen habt.


Mit desinfizierten und solidarischen Grüßen, 

euer Luftschlosz!

Was ist 2019 passiert?

Vieles – aber auch zu wenig. Die gute Nachricht, wir hätten endlich nach langer Suche ein Haus, muss leider noch ausbleiben. Trotzdem sind wir zuversichtlich. Es ist kein Geheimnis, dass die Marktlage in puncto Immobilien angespannt ist. Es ergeben sich aber immer wieder Chancen, so auch bei den drei Objekten, die wir seit Anfang 2019 in näheren Betracht gezogen haben.

Im September letzten Jahres haben wir einen Workshop veranstaltet, in dem wir unsere Ziele und Vorstellungen für das Hausprojekt transparent definiert haben. Die Form des solidarischen Zusammenlebens haben wir genauso besprochen wie die Frage ums Geld, die Lage in der Stadt oder unsere Außenwirkung. Wir halten generell an unserem solidarischen Konzept fest, welches auf individueller Freiheit und Unterstützung untereinander beruht. Austausch von Ressourcen soll uns gegenseitig die Möglichkeit geben, Neues anzupacken und Ideen zu realisieren. Wir streben eine unterdurchschnittliche Miete an, sind aber bereit, uns mit den Realitäten des Markts zu arrangieren – mit anderen Worten, eine Miete in Höhe des Mietspiegels. Außerdem sind wir bereit, unser Hausprojekt deutlich zu erweitern, falls sich eine günstige Gelegenheit ergibt. Ein Hausprojekt bis 20 Personen ist für uns ideal. Wir haben in letzter Zeit auch unser Revier erweitert. Häuser in Radebeul, Freital und anderen Vororten sind für uns ebenfalls attraktiv. Nach wie vor setzen wir auf kreativen Umgang mit dem Haus: Projekte, Feiern, Freiräume. Einbeziehung unserer gesamten Peergroup und allen aufgeschlossenen Menschen, die sich einbringen wollen.

Wir machen weiter.

Wir bleiben dran!

Da unser letzter Post schon einige Zeit her ist, wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, auch wenn das gar nicht so leicht ist.

Nach der Abgabe unserer Ideen für die Doro-Erx waren wir ziemlich sicher, zumindest in die zweite Vergaberunde zu kommen, doch uns wurde ein Strich durch das Konzept gemacht: Wir (und mindestens eine weitere Gruppe aus dem MHS-Umfeld) erhielten nach einigen Woche die Antwort vom Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung, in welcher stand, dass wir aus mehreren Gründen die Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllen. Wir waren erstmal ratlos und traurig, als wir uns die Begründungen näher anschauten wandelte sich das in Unverständnis.

Es soll hier nicht darum gehen, gegen das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung, den Stadtrat oder die Verwaltungsebene zu schimpfen. Dennoch ist es uns wichtig, kurz auf den Ablehnungsbescheid einzugehen und unsere Kritik an der Entscheidung deutlich zu machen.

Es gab zwei ausschlaggebende Punkte, an denen unser Ausschluss aus dem Verfahren gerechtfertigt wurde: Wir haben Mietverträge und es wohnen nicht alle MHS-Mitglieder mit im Haus. Klingt komisch? Ist aber so.

Zunächst zur Sache mit den Mietverträgen:
Die Kriterien der Ausschreibung sehen vor, dass das Objekt nicht gekauft und dann für Dritte durch Mietverträge zur Verfügung gestellt werden darf. Es darf also kein Einzelinvestor das Haus kaufen und dann fremdvermieten. Wir finden, dass das eine unterstützenswerte und richtige Herangehensweise ist, da wir sehen, wie viele Menschen durch Mieterhöhungen und Spekulation in andere Stadtteile verdrängt werden. Aber wie ist das nun bei uns? Nunja – die besondere Situation in Hausprojekten des MHS ist, dass die Bewohner*innen zugleich Vermieter*innen UND Mieter*innen sind. Wir vermieten also nicht an Dritte (um Profite zu erzielen), sondern an uns selbst. Die Wohnverträge heißen also Mietverträge, haben aber eigentlich den Zweck der Finanzierungsplanung und der Kreditrückzahlung. Die Mieten werden zudem möglichst niedrig gehalten (ca. 80% der ortsüblichen Vergleichsmiete), sind nicht der normalen Mietpreissteigerung unterworfen und es springen keine Profite dabei heraus. Klingt doch super, oder?

Und dann ist da noch die zweite Hürde:
Die Ausschreibung sollte besonders Baugemeinschaften ansprechen. Die Bewohner*innen des Hauses sollen also gleichzeitig die Besitzer*innen sein, möglichst lang in dem Haus leben und sich um die Instandhaltung kümmern. Die Krux an der Sache ist, dass das Haus ausschließlich der Baugemeinschaft gehören soll, um z.B. die Teilhabe von Investoren zu verhindern. Auch das sehen wir als lobenswerten Gedanken an: Die Häuser denen, die drin wohnen!
Aber wieso wird das MHS dann ausgeschlossen? Wir (die Gruppe Luftschlosz) möchten ein Haus kaufen und Teil des MHS werden. Um das tun zu können, wird eine GmbH gegründet, welcher das Haus dann gehört. An der GmbH haben genau zwei Parteien einen Gesellschafter*innen-Anteil: Der Hausverein (also die Bewohner*innen des Hauses) und das MHS (also alle Menschen und Hausprojekte, die dem MHS angehören). In entscheidenden Fragen wie der Veräußerung der Immobilie, der Umwandlung in Eigentumswohnen oder ähnlichem haben beide Parteien genau eine Stimme. Das soll verhindern, dass das Haus zurück auf den Immobilienmarkt fällt oder gar für Profite weiterverkauft wird. Alle hausinternen Entscheidungen obliegen dabei aber ausschließlich den Bewohner*innen – das Haus gehört uns.

Also ja: Die Mitglieder des MHS (außer uns) wohnen nicht mit im Haus, das würde ja auch ganz schön eng werden!
Aber nein: Durch den besonderen Charakter des MHS sind sie nicht ansatzweise mit Investoren als Gesellschafter*innen zu vergleichen. Es geht eben nicht um die Gewinnmaximierung über Spekulationen, sondern um das solidarische Miteinanderwohnen ohne der Angst vor Gentrifizierung und Mietpreiswahnsinn.

Das MHS muss als eine besondere Genossenschaftsform angesehen werden und deshalb explizit bei Ausschreibungen von städtischen und kommunalen Immobilien nach Konzeptvergabe benannt sein. Denn wie in vielen Diskursen reicht „mitgemeint sein“ nicht aus, um gleichberechtigte Realitäten zu schaffen. Durch den Ausschluss würde die Stadt genau die Projekte treffen, die sie eigentlich mit den Konzeptvergabeverfahren ansprechen möchte.
Wir hoffen, dass Stadtrat und Stadtverwaltung (hier das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung) in Kommunikation treten und einen Konsens erzielen, der alternative und solidarische Wohnformen fördert und der Stadtentwicklung einen positiven Schubs gibt!

Ein großer Dank geht noch an unsere tollen Berater*innen <3 , die uns in dem Prozess unterstützen und an die Stadträt*innen, die sich mit der Situation auseinandersetzen und sich stark machen.